Tasso: Die goldne Zeit, wohin ist sie geflohn, nach der sich jedes Herz vergebens sehnt? Da auf der freien Erde Menschen sich wie frohe Herden im Genuß verbreiteten; da ein uralter Baum auf bunter Wiese dem Hirten und der Hirtin Schatten gab, ein jüngeres Gebüsch die zarten Zweige um sehnsuchtsvolle Liebe traulich schlang; wo klar und still auf immer reinem Sande der weiche Fluß die Nymphe sanft umfing; wo in dem Grase die gescheuchte Schlange unschädlich sich verlor, der kühne Faun, vom tapfern Jüngling bald bestraft entfloh; wo jeder Vogel in der freien Luft und jedes Tier, durch Berg'und Täler schweifend, zum Menschen sprach: Erlaubt ist, was gefällt. Prinzessin: Mein Freund, die goldne Zeit ist wohl vorbei; allein die Guten bringen sie zurück. Und soll ich Dir gestehen, wie ich denke: Die goldne Zeit, womit der Dichter uns zu schmeicheln pflegt, die schöne Zeit, sie war, o scheint es mir, so wenig, als sie ist; und war sie je, so war sie nur gewiß; wie sie uns immer wieder werden kann. Noch treffen sich verwandte Herzen an und teilen den Genuß der schönen Welt; nur in dem Wahlspruch ändert sich, mein Freund, ein einzig Wort: Erlaubt ist, was sich ziemt.

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