Journalisten sollen nicht wehleidig sein. Die Zeiten werden härter. Hier ist eine Regierung, die - demokratisch legitimiert - in diesem Land sehr viel ändern will - vieles, das lange geändert gehört, daß muß man ja auch sagen. Mich stört der zum Teil weinerliche Ton der Opposition, die wirklich auf alles nur Nein sagt, wissend, daß es falsch ist. Natürlich muß man sich die Frage stellen: Wie glaubwürdig ist ausgerechnet die FPÖ in Integrationsfragen? Daß aber die Integration vor allem von türkischen Zuwanderern ein Riesenproblem ist und daß hier auch mit einem gewissen Druck wahrscheinlich etwas zu machen sein wird, das weiß in Berlin schon jeder. Die SPÖ kann sich ausrechnen, daß irgendwann einmal triumphierend die ÖVP oder die FPÖ kommt und sagt: Was ihr ablehnt, machen die Herren Blair und Schröder! Okay, nach dreißig Jahren sozusagen eine Oppositionsrolle zu finden, ist schwierig. Aber dieses reflexhafte Ablehnen von Dingen reicht nicht. Natürlich muß das Pensionsalter erhöht werden, und zwar nicht nur auf das gesetzliche von 65, sondern vermutlich wird es abgeschafft werden, wie in Amerika. Andererseits: Zuwanderung zu verbieten löst das Problem auch nicht. Was hat bitte ein 55 bis 60-jähriger arbeitsloser Kellner mit einem kaputten Kreuz davon, daß einer IT-Firma ein 25-jähriger Spitzenprogrammierer fehlt? Nix - ganz im Gegenteil. Wird die Stelle besetzt, gibts Steuern. Dieses Gegeneinander-Ausspielen ist sinnlos ... Aber gut, ich bin kein Sozialexperte.

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