Hans-Joachim Kulenkampff - Gott hab ihn selig -, der wirklich ein gescheiter und netter Mensch war, hat auf die Frage: 'Entsetzlich, was für ein Gefühl - Sie setzen sich dort hin, und da schauen Ihnen Millionen zu!'geantwortet, das sei nicht so: 'Das sind dort zwei, da ist's einer, dort sind's wieder zwei.'Das Gefühl des Massenpredigens trifft die Sache nicht. Das Zweite ist, man gewöhnt sich daran. Natürlich gehört ein wenig Eitelkeit dazu - es soll einem keiner sagen, daß einem das nicht schmeichelt, wenn man dasitzt und jemand kommt und will ein Autogramm und sagt: 'Jessas, das war schön.'Auf der anderen Seite ist man die Ansprechperson, man ist das Fernsehen, und dann kommt einer und sagt: 'Wieso spielt's ihr so wenig Hans-Moser-Filme?'Wurscht. Das einzige Problem - unabhängig vom B'soffenen in der U-Bahn - ist, wenn es einem schlecht geht. Wenn es einem schlecht geht, und jeder von uns hat solche Tage gehabt, und man will allein sein. Da kommt ein Mensch, der's nur gut meint - und man will ihn in Wirklichkeit anbrüllen und ihm sagen: 'Lassen S'mich bitte in Ruh', ich kann jetzt nicht.'Das würde der nicht verstehen, also macht man's nicht. Gut, aber das ist wurscht. Ich neige weder zu exzessivem Alkoholkonsum noch habe ich das Problem, neben meinem offiziellen Leben als Moderator, in der Vorstellung der Menschen als Lieblingsschwiegersohn oder 'whatever', noch heimlich mein eigenes Leben leben zu müssen, wo ich dann in Netzstrümpfen geh, Kokain mir hineinzieh, oder was immer.

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